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Schule der Vielfalt – Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge in Schulen

Das Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst für Lehrämter in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen NRW formuliert als Zielperspektive für die Ausbildung in den Handlungsfeldern 5 und 6:

-  Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzen

-  Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten.

´Heterogenität´, ´gemeinsames Lernen´, ´individuelle Förderung´, ´interkulturelle Pädagogik´ sind einige der dort ausgewiesenen Stichworte, deren inhaltliche Ausgestaltung für die Qualität der eigenen Arbeit wie auch für das System Schule eine Herausforderung darstellen.

Schule heute ist eine Schule der Vielfalt, was sich auch an der Thematik Flüchtlingskinder und jugendlichen Flüchtlingen zeigt. Diese Kinder und Jugendlichen kamen ohne große Vorankündigung, es gab für die Kollegien keine Vorlaufzeit, so dass die bisherigen didaktischen Konzepte angewendet wurden bzw. ein ´learning in process´ gefordert war und ist.

Auch die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sind in diese Aufgabe involviert, die Lehrerausbildung hat darauf zu reagieren, was das Seminar GyGe im ZfsL Gelsenkirchen in zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen getan hat.

Neben der (fach-)didaktischen Ebene – der Umgang mit Vielfalt wird in den Fach- und Kernseminaren standardmäßig bearbeitet – lag der Fokus zusätzlich auf der pädagogischen Arbeit mit Flüchtlingskindern, insbesondere auf der

pädagogischen Haltungsebene:

-   Anerkennung der Verschiedenheit in heterogenen Lerngruppen

-   Erziehung zur Selbstachtung und Anerkennung der Anderen

und der

gesellschaftliche Bedeutungsebene:

-   Verantwortungsbereich des Lehrers im Werteraum Schule.

In der ersten Veranstaltung trug Herr Lehmann, ehemaliger Schulleiter der evangelischen Gesamtschule Bismarck und nun in verschiedenen Bereichen der evangelischen Kirche aktiv tätig (Mitarbeit im Vorstand der Gossner Mission, etc.), seine Überlegungen vor.

In seinem mit biografischen Elementen durchwobenen Vortrag gibt er auf die Frage: ´Wie integriert Schule am besten?´ die Antwort:

„Indem sie sich das Integrieren als Thema gar nicht vorschreiben lässt, indem sie alle Kinder einfach so nimmt, wie sie sind, und dann das macht, wozu sie als Schule da ist: guten Unterricht erteilen lässt und auch die Charakterbildung nicht außer Acht lässt und das setzt eine gute Atmosphäre – innerhalb der Schule und auch im Dialog mit den Elternhäusern – voraus, um die sich eine gute Schule nach Kräften bemühen wird.“

Herr Lehmann hebt weiterhin die Bedeutung eines bewussten Berufsethos hervor, das Annehmen einer Lehrerrolle, die Verantwortungsübernahme, Kompetenz und Empathie erfordert: „Vor mir sitzt immer das konkrete Kind oder der konkrete Jugendliche als Schülerin oder Schüler. Wie die hier hingekommen sind, das ist manchmal spannend oder auch nicht … Ihre rückhaltlose Zuwendung hat dem Kind vor Ihnen deshalb zu gelten, weil Sie seine Lehrerin oder sein Lehrer sind und es Ihre Schülerin oder Ihr Schüler ist …“. So kann die Schule ein stabilisierender Faktor im und für das Leben von Kindern und Jugendlichen werden.

Dem Vortrag folgten viele Nachfragen, auf die Herr Lehmann differenziert einging.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema die Bedeutung der (normalen) pädagogischen Arbeit als Lehrer verdeutlichte und Mut machte, die Herausforderung einer Schule der Vielfalt anzunehmen.

In der zweiten Veranstaltung, eine Woche später, wurden Kolleginnen und Kollegen, z. T. ehemalige Referendarinnen und Referendare eingeladen, die konkrete, längerfristige Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit Flüchtlingskinder haben. So konnte an praktischen Fällen diskutiert und erörtert werden, welche Fähigkeiten eines Lehrers herausgefordert werden - das von Herrn Lehmann nach Marc Hennekes zitierte Anforderungsprofil eines Lehrers (http://www.mandree.de/verhaltenskodex-fur-lehrer/) musste einer Überprüfung standhalten.

 

Diese beiden Veranstaltungen waren in Ihrer Gesamtheit ein Erfolg, wie die engagierten Diskussionen und viele Rückmeldungen zeigten. Es war richtig, sich dieser Thematik mit dieser Ausführlichkeit zu stellen – das Bewusstsein für die Anforderungen an den Lehrerberuf wurde gestärkt, Handlungsoptionen wurden diskutiert und zukünftige Lehrerinnen und Lehrer wurden so auf die Aufgaben eines Systems Schule, welches sich als für die Kinder und Jugendlichen ´da sein´ versteht, vorbereitet.eben!

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