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Das Fachseminar Geschichte und der „Frühe Bildungsdialog 2016“

Teilnahme des Fachseminars Geschichte von Herrn Frey an der bundesweiten Tagung „Früher Bildungsdialog 2016“ an der Ruhr-Universität Bochum

Am 25. und 26. November 2016 nahmen zwei Referendare des Fachseminars Geschichte von Herrn Frey an der bundesweiten Tagung der Professional School of Education (PSE) „Früher  Bildungsdialog 2016 – Wissenschaftskommunikation zwischen Bildungsforschung und Schule“ an der Ruhr-Universität Bochum teil (http://www.pse.rub.de//aktuelles/PSE_SchoolNEWS_12_12_2016-2.pdf). Das Ziel dieser Tagung war es, (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und (Nachwuchs-)Wissenschaftler mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Vertretern von Unterrichtsverlagen zusammen zu bringen, um den Dialog zwischen Bildungsforschung und Bildungspraxis anzuregen und in Autorenteams Aufsätze für einen interdisziplinär angelegten Sammelband zu entwickeln. Ausgehend von den praktischen Erfahrungen der Referendare an ihren Schulen und der vertiefenden Arbeit im Fachseminar beteiligten sie sich an der Tagung mit dem Thema "Inklusion im Geschichtsunterricht".

Das Thema ist aktuell von großer Signifikanz, da zum Einen mit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz (01.08.2014) der gemeinsame Unterricht als Regelfall verankert wurde und dementsprechend auch die neue Ordnung des Vorbereitungs­dienstes für Lehrämter des Landes Nordrhein-Westfalen von 2016 die Kompetenzausbildung von Referendarinnen und Referendaren fordert, um Einfluss auf „Benachteiligungen, Beeinträchtigungen und Barrieren“ von Schülerinnen und Schülern zu nehmen („Vielfalt als Herausforderung annehmen und als Chance nutzen“). Zum Anderen befindet sich die vorhandene Literatur, mit der Inklusion unterrichtlich ermöglicht werden soll, in einem beklagenswerten Zustand. Zwar liegen vereinzelte Monographien, Aufsätze und auch erste Praxisbeispiele vor – insgesamt sind die Kolleginnen und Kollegen, die an den unterschiedlichen Schulformen die Aufgabe haben, z.B. die Förderschwerpunkte Lernen, Geistige Entwicklung, Sprache sowie Emotionale und soziale Entwicklung im Unterricht zu berücksichtigen, trotzdem noch sehr auf sich allein gestellt. Denn der Fachunterricht muss nicht nur den verschiedenen Förderschwerpunkten mit ihren vollkommen unterschiedlichen Anforderungen genügen, sondern auch die Gestaltung von Arbeitsmaterial für die Kompetenzbildung zieldifferenter Gruppen in inklusiven Klassen stellt eine große Herausforderung dar.

Die Idee und das Ziel des Projektes sind daher die Überführung vorhandener didaktischer Überlegungen und Ansätze zur Inklusion in Unterrichtshandeln für den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe am Gymnasium. Es sollen exemplarische und in die verschiedenen Inhaltsfelder des Kernlehrplans übertragbare praxistaugliche Beispiele für die einzelnen Jahrgangsstufen entworfen werden, in denen Kompetenzen im Klassenunterricht herausgebildet, gleichzeitig die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung zieldifferent berücksichtigt werden. Die entwickelten Modelle sollen Möglichkeiten aufzeigen, Inklusionsschüler gleichberechtigt in die Unterrichtsprozesse einzubinden. Gleichzeitig sollen sie als Ideenpool für Kolleginnen und Kollegen fungieren, um in ähnlichen Situationen Unterricht an die Bedürfnisse von zieldifferent zu unterrichten­den Schülern anzupassen.

Nach der Begrüßung durch den neuen Rektor der RUB Prof. Dr. Schölmerich und die stellvertretende Dean der PSE Frau Prof. Dr. Sommer begann der erste Tag der Tagung mit zwei Vorträgen, die recht theoretisch blieben und so für eine rege und kritische Diskussion sorgten (vgl. http://www.pse.rub.de/bildungsdialog/Bildungsdialog_Programm.pdf).

Der zweite Teil bestand zunächst in der Präsentation der verschiedenen Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die deutlich machte, wie notwendig ein offener und vor allem institutionsübergreifender Dialog zwischen der wissenschaftlichen Theorie und schulischen Praxis ist. Denn von der Vielzahl der vorgestellten Projekte erschien nur ein geringer Teil im schulischen Kontext realiter denk- bzw. umsetzbar.

Im Anschluss fand die eigentliche Workshop-Phase statt, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Fachrichtungen Autorenteams zu ausgewählten Themen bildeten. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass diese unterschiedliche Perspektiven auf den thematischen Gegenstand hatten, da sie entweder die wissenschaftliche oder schulische Sichtweise vertraten. Eine stärkere Beteiligung von Lehrkräften oder auch von Fachleiterinnen und Fachleitern wäre hierbei für eine etwaige Fortsetzung dieser Tagung im Jahr 2017 wünschenswert, um der Wissenschaft den nötigen Einblick in die reale Praxis zu geben.

Am zweiten Tag wurden die Projekte mit der Unterstützung des Schreibzentrums der RUB weiter konkretisiert. Das eigene Projekt hat zwei weitere Unterstützerinnen gefunden, mit deren Hilfe es in Form eines Beitrages für den 2017 erscheinenden Sammelband verwirklicht werden soll.

Simon Puschmann und Nora Thäsler


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