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Ausbildungsplan der Kernseminare

Mit dem Ausbildungsplan der Kernseminare will das Seminar auf die personenorientierten Bedürfnisse der Referendarinnen und Referendare eingehen und gleichzeitig den Leitgedanken der Kompetenz- und Standardorientierung, der Handlungsfeldorientierung sowie der Wissenschaftsorientierung gerecht werden.

Den verbindlichen Rahmen für die gesamte Ausbildungsarbeit stellt das Kerncurriculum dar. Es gliedert sich in sechs Handlungsfelder. Diese versuchen in ihrer Gesamtheit den professionsbezogenen Handlungsraum des Lehrers bzw. der Lehrerin zu beschreiben.

Handlungsfelder des Kerncurriculums

Die einzelnen Handlungsfelder werden über  Handlungssituationen beschrieben.
Die Konstruktion der Handlungsfelder und der Handlungssituationen ist analytisch zu verstehen. Der reale professionsbezogene Handlungsraum, in und für den ausgebildet wird, stellt sich als überkomplex dar. Eine Trennung nach Handlungsfeldern oder gar Handlungssituationen kann den Performanzort der auszubildenden Kompetenzen daher nur bedingt abbilden.

Aus Sicht einer personen- und kompetenzorientierten Perspektive ist die Vorbereitung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter auf die Bewältigung der Berufspraxis anzustreben; seminardidaktisches Prinzip der Ausbildung muss daher die Einteilung in professions- bzw. ausbildungsbezogene Situationen sein. Diese Situationen sind aufgrund des pädagogischen Anwendungsraumes in der Regel nicht durch einzelne Handlungssituationen des Kerncurriculums abbildbar. Sie vereinen unterschiedliche Momente verschiedener Handlungssituationen unterschiedlicher Handlungsfelder in sich.
Unter einer Situation wird eine didaktische Einheit verstanden, die Handlungsfelder des Kerncurriculums erschließt. Dabei sind die Prinzipien Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung sowie Exemplarität Bezugskategorien für die Auswahl und Beschreibung solcher Situationen. Eine so beschriebene Situation wird unter ausbildungsdidaktischer Perspektive zu einer „Anforderungssituation“, indem sie mit den Kompetenzerwartungen und Standards des Kerncurriculums in Verbindung gebracht wird. Die Ausweisung von Kompetenzschwerpunkten, die mit der Bearbeitung der Situationen gefördert bzw. erreicht werden sollen, formuliert die intendierten Anforderungen an die Bewältigung im Sinne des konkreten Praxishandelns.

Durch die Handlungsfeldüberschneidungen in den Anforderungssituationen ergibt sich die Möglichkeit der Vernetzung der ausgewählten Anforderungssituationen innerhalb eines Ausbildungsquartals, aber auch über die Quartale hinweg. Realistisch erscheint eine Beschränkung auf drei bis vier Anforderungssituationen pro Quartal.
Die Anforderungssituationen an sich und die Überschneidungsräume der Anforderungssituationen provozieren Erschließungsfragen aus Sicht der LAA, Szenarien, Probleme, Reflexionsanlässe und Wissensbedarfe.

Die Ausweisung solcher Anforderungssituationen eröffnet einen Vernetzungsrahmen, der die Ausweisung von gemeinsamen „Ankersituationen“ erlaubt und so eine gleichsinnige und kohärente Ausbildung in Schule, Fach- und Kernseminar bei Wahrung von je speziellen Ausbildungsinteressen möglich macht. Dabei stellen die exemplarisch ausgewählten.Anforderungssituationen den Ausgangspunkt dar. Zugleich fordern sie die Bewältigungsperspektive ein und eröffnen damit die intendierte  Kompetenzerweiterung der konkreten Ausbildungsveranstaltungen zu fokussieren und zu reflektieren.

Beispiel eines wachsenden Ausbildungsplanes:

Auszug aus dem vorläufigen, wachsenden Ausbildungsplan für den Jahrgang 05.14 ohne Ausweisung der Kompetenzbezüge

  • In der Lehrerrolle ankommen
  • Unterricht beobachten und analysieren
  • Eine Unterrichtsstunde im Unterricht unter Anleitung planen
  • Unterrichtsprozesse initiieren
  • Schülerarbeitsprozesse ermöglichen
  • Den Klassenraum managen
  • In einer neuen Lerngruppe ankommen
  • Leistungen zurückmelden
  • Mit Unterrichtsstörungen professionell umgehen
  • Rollensicher handeln
  • Interaktionsprozesse und Gesprächsführung professionell gestalten
  • Kollegiale Beratung praktizieren (Konstituierung der PLG)
  • Kooperative Lernprozesse sinnvoll initiieren
  • Eltern und SuS´ kompetent beraten
  • Rechtssicher handeln
  • Den eigenen Unterricht aus mehreren Perspektiven evaluieren und weiterentwickeln
  • Den eigenen Unterricht konzeptionalisieren und begründen
  • Unterricht phasengerecht moderieren und Gespräche steuern
  • Lernergebnisse mit und für Schülerinnen und Schüler sichern und nachhaltig verfügbar machen
  • Mit der Anforderungsvielfalt des Lehrberufs professionell umgehen
  • Heterogenität in Lerngruppen diagnostizieren
  • Mit Heterogenität in Lerngruppen umgehen
  • Unterricht und Lernprozesse individuell förderlich, sprachsensibel gestalten
  • Leistungsdiagnostik für Feedback nutzbar machen
  • Gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung/sonderpädagogischem Förderbedarf gestalten - Inklusion an Gymnasien und Gesamtschulen
  • In der Lehrerrolle verantwortungsbewusst handeln
  • Werte und Normen im Unterricht vermitteln
  • Lernende in ihren Entwicklungsprozessen verstehen und darauf reagieren können
  • Unterricht lernpsychologisch fundiert gestalten
  • Kompetenzorientiert unterrichten und Bildungsaufträge erfüllen
  • Evaluation durchführen und Unterricht entwickeln
  • Übergänge gestalten...

 

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