Navigation ein/aus

Professionelle Lerngemeinschaften

Neben der Arbeit in den Fach-und Kernseminargruppen, und den schulischen Ausbildungsruppen bilden sich aus den Kernseminaren ab dem zweiten Ausbildungsquartal sogenannte Professionelle Lerngemeinschaften (PLG).

Der Begriff der Professionellen Lerngemeinschaft impliziert das Leitbild der/des „Lehrerin/Lehrers als Lernerin/Lerner“, die miteinander und voneinander lernen (vgl. Bonsen, M./.Rolff, H.-G: Professionelle Lerngemeinschaften von Lehrerinnen und Lehrern. In: Zeitschrift für Pädagogik 2/2006, S.167-184.)
Die konkrete Umsetzung der PLG im Konzept des Seminars GyGe fußt zudem auf dem Leitbild der autonomen Lerner und Lernerinnen, die selbstständig, selbstverantwortlich und in zunehmender Selbstorganisation eigene Professionalisierungs- und Lernprozesse in den Entwicklungsfokus nehmen.

Professionell beschreibt in diesem Zusammenhang den Handlungsrahmen, in den sich die Lerngemeinschaften einbetten. Es geht um eine inhaltlich an der Entwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerprofession ausgerichtete Lerngemeinschaft. Unterstellt und gleichzeitig intendiert ist der Weiterbildungswille der Mitglieder. Damit intendiert eine Professionelle Lerngemeinschaft die langfristige Etablierung einer kollegialen Beratungskultur.

Der anklingende Gemeinschaftsgedanke stellt sich in den Dienst der personenorientierten Ausbildung und antwortet als strukturgebendes Element auf die oben erwähnte Notwendigkeit des sicheren Handlungsrahmens. Unter einer Gemeinschaft soll hier eine Gruppe von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern verstanden werden, deren Zusammenarbeit durch Vertrauen, Fürsorge, Anteilnahme sowie Bindung, Verpflichtung und Verbindlichkeit gekennzeichnet ist (vgl. ebd, S. 169). Im Rahmen einer solchen Gemeinschaft sind die gegenseitige emotionale Stabilisierung, die gegenseitige Unterstützung und ein lernförderlicher Umgang mit Fehlern grundlegende Haltungen, die es einzunehmen und zu entwickeln gilt.

 „Lehrerinnen und Lehrer verstehen ihren Beruf als ständige Lernaufgabe.“ Die PLG stellen sich in den Dienst der Entwicklung dieser Kompetenz. Folgende Handlungssituationen des Kerncurriculums umschreiben den Aktionsrahmen der PLG:

  • Berufliche Erfahrungen in multiprofessionellen Zusammenhängen gemeinsam reflektieren und Konsequenzen ziehen (Hospitieren, Beraten, Unterstützen) (HF 6.1)
  • Kollegiale Beratung als Hilfe zur systematischen Unterrichtsentwicklung und Arbeitsentlastung praktizieren (HF 6.3)
  • Sich an Planung und Umsetzung schulischer Projekte und Vorhaben kontinuierlich beteiligen und Neues in kollegialer Zusammenarbeit erproben (HF 6.2, in Teilen)

Organisationsrahmen
Die PLG sind an die Kernseminare gebunden; diese Bindung verdeutlicht den benotungsfreien Raum, in dem diese PLG initiiert werden sollen. Das Seminar stellt durch die Verdichtung des Seminartages regelmäßig Zeitfenster an Seminarvormittagen zur Durchführung der PLG zur Verfügung. Der so gestaltete Lernraum kann u. a. folgende Elemente beinhalten:

  • Kollegiale Fallberatung
  • gemeinsame Hospitationen
  • Anwendung und Übung konkret vermittelter Inhalte
  • Selbstständiges Erschließen individuell bedeutsamer Inhalte

Unterstützung
Eine Einführung in die in den PLG ggfs. zu praktizierenden Methoden der kollegialen Beratung erfolgt in den Kernseminaren. Auf Wunsch der PLG stehen die Kernseminarleitungen für Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Um die Rückkopplung der selbstgesteuerten Arbeit in die Ausbildungsarbeit am Seminar zu erleichtern, werden in zeitlicher Nähe zu den PLG in den Kernseminaren Zeitfenster zur möglichen, angeleiteten Vertiefung und Intensivierung gemachter Lernerfahrungen angeboten.

Das vollständige Konzept des Seminars können Sie hier herunterladen: PLG-Konzept

Weitere Behörden und Einrichtungen

Ministerium für Schule und Bildung NRW Bezirksregierungen Landesprüfungsamt

© 2013 - 2017 Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Gelsenkirchen